KVfR-Bustour durch den Kölner Norden

Kein Veedel für Rassismus auf Tour im linksrheinischen Kölner Norden
Die AFD ist ein Problem mehr und keine Alternative!

In einer Woche sind Landtagswahlen. Andere machen Parteiwerbung. Auch wir sind aktiv – in unserer Weise: Wir machen an einem Samstag im linksrheinischen Kölner Norden Werbung gegen die rassistische und demokratiedefizitäre AfD. Am Samstag ging es um 9.30 los: Ein Bus unserer Freunde von Extratour aus Ehrenfeld wartet auf uns. Unser Motto: „DIE AFD IST EIN PROBLEM MEHR UND KEINE ALTERNATIVE“. Knapp 20 sind gekommen.

Wir steuern mehrere kleine Stadtteile an, die viele Kölner kaum kennen: In Worringen packen wir die selbst gestalteten Buchstaben aus: „Kein Rassismus“ ist auf dem Bürgersteig vor einem Geschäft zu lesen. Dazu, etwas mobiler, unser großes Transparent: „Kein Veedel für Rassismus“. Viele Autofahrer, die zum Einkaufen an uns vorbei fahren werden aufmerksam. Manche winken uns zu, andere wirken nicht zu interessiert.

G. holt ihre Geige raus, die Stimmung steigt. Dann geht’s in das beschauliche Bilderstöckchen, dem immer noch ein wirkliches Zentrum fehlt. Auf dem Markt von Longerich ist mehr los, gelegentlich kleine Diskussionen. Die Buchstabenkette findet immer Aufmerksamkeit. Nur der Messerverkäufer ist nicht so begeistert: Man könne seinen Stand kaum noch sehen. Wir gehen ein paar Meter weiter, nerven wollen wir wirklich nicht.

Dann geht’s weiter nach Esch, hier gab es über mehrere Jahre ein großes Problem mit einer Gruppe jüngerer „Autonomer Nationalisten“. Neonaziaufkleber und Verehrungen des Kriegsverbrechers Rudolf Hess klebten überall. In einem Haus fanden sehr regelmäßig Neonaziversammlungen mit etwa 20 Teilnehmern statt. Auf einer Bank und am beliebten Escher See trafen sich die Nazis regelmäßig, verbreiteten gezielt eine Atmosphäre der Angst. 2012 gab es erstmals organisierte Gegenwehr und Aufklärung: Ein führender, NRW-weit bekannter Neonazi wurde zu einer Haftstrafe verurteilt, zwei Neonazis flogen aus der örtlichen Feuerwehr heraus.
Seitdem ist es etwas ruhiger geworden. Dennoch: Ein Teil der Neonazis trifft sich weiterhin, erzählt uns eine Freundin, die sich seit Jahren in ihrem Stadtteil gegen die Neonazis wehrt. Verschwunden sei die Gefahr keineswegs, sie agierten aber vorsichtiger.

Zum Schluss ging es in das bunte, von vielen sozialen Problemen gekennzeichnete Köln-Chorweiler. Der Markt hat noch geöffnet, wir werden von vielen wahrgenommen.

 

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