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Tag für die Abschaffung der Sklaverei
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Tag der Menschen mit Behinderung
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1990 Todestag Amadeu António
1990 Todestag Amadeu António
6. Dezember 2025
06.12.1990 Todestag von Amadeu António Nachdem eine Gruppe Skins tritt so lange auf den 28-jährigen Angolaner Amadeu Antonio ein, bis er sich nicht mehr rührt. Nachdem Amadeu Antonio 11 Tage im Koma lag, starb er am 6. Dezember 1990 an Multiorganversagen. Eine unmittelbare Folge des Angriffs. https://www.amadeu-antonio-stiftung.de
https://www.instagram.com/p/Cl0GGD_qTyV/?utm_source=ig_web_copy_link
Wir gedenken Amadeu Antonio, der heute vor 32 Jahren nach einem brutalen Nazi-Angriff starb.
Amadeu Antonio wurde am 12.08.1962 in Quimbele/Angola geboren & war der Älteste von 12 Geschwistern.1987 kam er mit dem Ziel Flugzeugtechnik zu studieren, nach Deutschland, doch die DDR-Verwaltung teilte ihn zur Ausbildung als Fleischer ein. Er fand seine neue Heimat in der Brandenburgischen Stadt Eberswalde, wo er in einem Schlachtbetrieb arbeitete & in einem der gesonderten Wohnhäuser für Vertragsarbeiter wohnen musste. Amadeu Antonio wird von seinen Freund*innen als aufgeschlossener und junger Mensch beschrieben, der Musik liebte. Er wollte sich eine langfristige Perspektive in Eberswalde aufbauen & eine Familie gründen.
++ CN Gewalt, Rassismus ++
Am 24.11.1990 zog eine Gruppe Rechtsextremer durch Eberswalde, um „N**** zu klatschen“. Die 50-60 Personen hatten den „Hüttengasthof“ zum Ziel – einer der wenigen Orte, an dem sich die Vertragsarbeiter treffen konnten. Schon auf dem Weg brüllten die Neonazis rassistische Parolen wie „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ oder „N***** verpisst euch“. Amadeu Antonio war an diesem Abend Gast des Lokals, zusammen mit zwei Männern mosambikanischer Herkunft & zwei weißen Frauen.
Die Polizei, die über das Treffen der Neonazis informiert war, empfahl dem Gastwirt des „Hüttengasthofs“ kurz nach Mitternacht, sein Lokal zu schließen. Als der Gastwirt die Gruppe hinaus bat, lief sie dem aufgepeitschten Mob direkt in die Arme. Die Neonazis, bewaffnet mit Zaunlatten & Baseballschlägern, schlugen sofort zu. Amadeu Antonios Begleitung konnte schwer verletzt fliehen – er selbst jedoch nicht. Rund zehn Personen verfolgten ihn und schlugen ihr wehrloses Opfer brutal zusammen. Einer sprang ihm mit beiden Füßen auf den Kopf. Erst als ein Bus vorbeifuhr, stoppten die Neonazis und ließen ihr Opfer regungslos zurück. Amadeu Antonio erlangte nie wieder das Bewusstsein. Nach elf Tagen im Koma starb er am 6.12.1990 an Multiorganversagen.
Amadeu Antonios damalige Freundin war zum Zeitpunkt der Tat schwanger. Sein Sohn, nach seinem Vater ebenfalls Amadeu benannt, kam am 9. Januar 1991 zur Welt.
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2003 Todestag Petros C. (22) Stefanos C.
2003 Todestag Petros C. (22) Stefanos C.
6. Dezember 2025
Kandel, 76870 Kandel, Germany
https://www.instagram.com/p/C0gj7NxR74h/?utm_source=ig_web_copy_link&igsh=MzRlODBiNWFlZA==
Wir gedenken des 22-jährigen Petros C. und des 23-jährigen Stefanos C., die heute vor 20 Jahren, in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember 2003, in Kandel (Rheinland-Pfalz) bei einem rassistisch motivierten Brandanschlag durch einen Rechtsextremen ermordet wurden.
Die beiden griechischen Wanderarbeiter verstarben an einer Kohlenmonoxidvergiftung in einem Wohnhaus in Kandel, das überwiegend von Menschen mit Migrationshintergrund bewohnt wurden, bevor sie den Flammen zum Opfer fielen. Über die beiden Opfer ist bis heute wenig bekannt.
Das Feuer war in der Nacht im Eingangsbereich des Hauses gelegt worden. Ein türkisches Lokal, das sich im Erdgeschoss befindet, brennt vollständig aus. Die beiden Brüder werden im Schlaf überrascht und ersticken, bevor sie den Brand bemerken.
Ein Tatverdächtiger ist schnell ermittelt, es handelt sich um einen Rechtsextremen, der im “Nationalen Widerstand Kandel” organisiert ist. In der Tatnacht ist er mit seinen rechtsextremen Kameraden unterwegs und hat bereits exzessiv getrunken, die Stimmung ist rassistisch aufgeladen.
Dennoch berücksichtigt das Landgericht Landau ein offensichtlich rassistisches und rechtsextremes Tatmotiv nicht. Stattdessen verurteilt es den 22-Jährigen wegen „vorsätzlichen Vollrausches“ unter Einbeziehung von dessen Vorstrafen lediglich zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Und das, obwohl das Landgericht Landau die Täterschaft des Rechtsextremen, Feuer im Eingangsbereich des Hauses gelegt zu haben, für bewiesen sieht. Lediglich ein Motiv dafür will es nicht feststellen.
Bis heute ist davon auszugehen, dass es sich bei der Tat um eine Aufnahmeprüfung für die Aufnahme in die Reihen des militanten und rechtsextremen "Nationalen Widerstands Kandel" handelte. Zum 20. Jahrestag ihres Todes erinnern wir an Petros C. sowie Stefanos C. und denken an ihre Hinterbliebenen.
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1993 Todestag Bakary Singateh, alias Kolong Jamba
1993 Todestag Bakary Singateh, alias Kolong Jamba
7. Dezember 2025
Buchholz, 53567 Buchholz, Germany
https://www.instagram.com/p/C0i5JLdo_oD/?utm_source=ig_web_copy_link&igsh=MzRlODBiNWFlZA==
Wir gedenken des 19-jährigen Asylbewerbers Bakary Singateh, alias Kolong Jamba, der heute vor 30 Jahren am 7. Dezember 1993 aus rassistischen Motiven in Buchholz (Niedersachsen) erstochen und ermordet wurde.
Am Tag der Tat war der 19-Jährige Asylbewerber aus Gambia im Eilzug von Hamburg auf dem Weg nach Bremen. Der Zug ist überfüllt, die Stimmung schlecht und in der 2. Klasse finden nicht alle Fahrgäste einen Sitzplatz. In einem Sechs-Personen-Abteil in der 1. Klasse sitzt der spätere Täter zunächst allein, bis der betrunkene Bakary Singateh dort ebenfalls Platz nimmt. Als ein Schaffner kommt, kauft Singateh ein Ticket für die 2. Klasse und verlässt das Abteil. Nachdem sich der Schaffner entfernt hat, kehrt Singateh zurück. Der Täter öffnet daraufhin das Zugfenster, das Bakary Singateh wieder schließt. Es entbrennt ein Streit um das Fenster, der 54-jährige Mann zeigt sein beidseitig geschärftes Messer, um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen. Singateh hebt die Fäuste, sein Mörder sticht unvermittelt und mehrfach mit dem Messer zu. Schon die erste Wunde ist tödlich. Bakary Singateh verliert eine große Menge Blut und stirbt wenige Stunden später im Krankenhaus Buchholz.
Im ersten Urteil sprachen die Richter den Täter 1995 mit der Begründung frei, Singateh habe den Ingenieur angegriffen, der Messerstich sei „durch Notwehr gerechtfertigt“. Sie billigten dem Angeklagten außerdem zu, er habe aktiv sein Revier verteidigt. Ein in Deutschland lebender Bruder von Bakary Singateh, kommentiert den Freispruch: „Wenn man in diesem Land einen Hund tötet, kommt man ins Gefängnis. Wenn man einen Menschen tötet, nicht.“ Die skandalöse richterliche Entscheidung wird im März 1997 durch das Landgericht Stade revidiert, das den Täter zu zwei Jahren Haft auf Bewährung wegen „Totschlags in einem minderschweren Fall“ verurteilt, weil das Opfer ein erhebliches Mitverschulden treffe. Die Richter schließen ein ausländerfeindliches Motiv aus, obwohl Kollegen bestätigen, dass der Täter Schwarze Menschen mehrmals als „Teerpappe“ und „Bimbos“ bezeichnet hat. Bis heute ist Bakary Singateh nicht staatlich als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt.
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2017 Todestag Christian Sonnemann
2017 Todestag Christian Sonnemann
8. Dezember 2025
Katlenburg-Lindau, 37191 Katlenburg-Lindau, Germany
https://www.instagram.com/p/Cl5pXkhN7dp/?utm_source=ig_web_copy_link
#KeinVergessen: Wir gedenken des 37-Jährigen Christian Sonnemann, der heute vor 5 Jahren am 8. Dezember 2017 im niedersächsischen Katlenburg-Lindau von Angehörigen einer rechten Esoterik-Sekte ermordet wurde. Christian lebte gemeinsamt mit den Mitgliedern der Sekte in einem Haus, gehörte ihr selbst aber nicht an. Er war lediglich auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum.
In Gera geboren, wuchs Sonnemann gemeinsam mit seinem Bruder in den 80ern in der DDR auf. Zerrüttete Familienverhältnisse prägten ihre Kindheit, einen Großteil dieser Zeit verbrachten beide in Heimen. Früh schon geriet Christian Sonnemann in eine Alkoholabhängigkeit, später kamen andere Drogen hinzu. Er versuchte wiederholt die Sucht zu überwinden und fing zwischenzeitlich eine Ausbildung zum Mechatroniker an. Christian verlor sich in der Göttinger Drogenszene. Um Distanz zur Szene zu schaffen, zog er ins 30 km entfernte Katlenburg-Lindau. Er fiel aber wieder in alte Verhaltensmuster zurück und verließ kaum die Wohnung. Sein Leben schien geprägt von einer ständigen Angst vor der Welt.
Fast alle Bewohner des Hauses gehörten dem „Deutschen Hüterorden“ an. Christian Sonnemann geriet an jenem 8. Dezember in eine Auseinandersetzung mit dem Täter, der ebenfalls in dem Haus wohnte. Martin K. äußerte seinen Hass auf die Lebensweise von Sonnemann und schlug ihm mit der Faust mehrmals heftig ins Gesicht. Anschließend erdrosselte er ihn mit einer Paketschnur – er schnürte Christian Sonnemann mindestens drei Minuten die Luft ab. Anschließend zog der Haupttäter ein weiteres Mitglied der Sekte ins Vertrauen. Gemeinsam zerstückelten sie Sonnemanns Leichnam und vergruben ihn in der Nähe. Einige Teile entsorgten sie einfach in einer Mülltonne.
Erst als der Haupttäter nach einem Suizidversuch einem Polizisten gestand, dass er jemanden umgebracht habe, wird die Ermittlung wieder aufgenommen.
Der Täter wurde wegen Totschlags und Störung der Totenruhe zu 8 Jahren Haft verurteilt. Ein sozialdarwinistisches Motiv wurde nicht anerkannt, obwohl es in den Aussagen des Täters deutlich zu erkennen ist. Bis heute ist Christian Sonnemann nicht behördlich als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt.
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Welt-Anti-Korruptions-Tag
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1961 Urteil Eichmann Prozess
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Tag gegen Gewalt gegen Sexarbeiter:innen
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2003 Todestag Filimonov (15), Waldemar Ickert (16) und Aleksander Schleicher (17)
2003 Todestag Filimonov (15), Waldemar Ickert (16) und Aleksander Schleicher (17)
19. Dezember 2025
Heidenheim, 91719 Heidenheim, Germany
https://www.instagram.com/p/C1B9cYNRuBO/?utm_source=ig_web_copy_link&igsh=MzRlODBiNWFlZA==
Wir gedenken der drei russlanddeutschen Spätaussiedler Viktor Filimonov (15), Waldemar Ickert (16) und Aleksander Schleicher (17), die heute vor 20 Jahren in Heidenheim (Baden-Württemberg) von einem Neonazi mit gezielten Messerstichen getötet wurden.
Über die Opfer ist so gut wie nichts bekannt. Viktor Filimonov und Waldemar Ickert sind Schüler, Aleksander Schleicher befindet sich in einem berufsvorbereitenden Jahr.
Die drei späteren Opfer sind alkoholisiert, der Türsteher des K2 will sie nicht einlassen. Auch der spätere Täter, der mit seiner Freundin und einem weiteren Freund unterwegs ist, wird nicht eingelassen, weil er bereits Hausverbot hat. Im Oktober attackierte er vor demselben Club mit anderen Neonazis eine Gruppe Punks und schlug einem mit einer Flasche auf den Kopf.
++ CN Gewalt ++
Es kommt zu einem Gerangel zwischen einem der drei späteren Opfer und dem Begleiter des Täters. Während der Türsteher die beiden trennen will, zieht hinter dessen Rücken der Täter ohne Vorwarnung ein Messer. In schneller Abfolge sticht er mit der 20 Zentimeter langen Klinge auf die Jugendlichen ein. Dabei zielt er bewusst auf die Herzgegend. Die Klinge dringt so tief in Herz und Brust ein, dass jede Hilfe zu spät kommt.
Viktor Filimonov und Waldemar Ickert sterben noch am Tatort, Aleksander Schleicher erliegt wenig später im Krankenhaus den schweren Verletzungen.
Der Täter lebte zum Tatzeitpunkt erst seit wenigen Monaten bei seinem Onkel in Heidenheim, damit er Abstand zu seinem rechtsgerichteten Freundeskreis in Berlin gewinnt. Aber auch hier findet der Täter schnell Anschluss an die rechtsextreme Szene.
Im Juli 2004 wird der Täter wegen Totschlags zu neun Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem „Kapitalverbrechen mit rechtsextremem Hintergrund“, argumentierte aber, dass es keine Tötung aus rassistischen Gründen gewesen sei. In ihrem Urteil erklärte die Kammer aber, dass die Tat ohne den „ausländerfeindlichen Hintergrund des Angeklagten“ nicht erklärbar sei.
Bis heute sind die Opfer nicht staatlich als Opfer rechter Gewalt anerkannt. Ein offizielles Gedenken der Stadt an die Tat gibt es nicht.
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2024 Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt
2024 Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt
20. Dezember 2025
Magdeburg, 39 Magdeburg, Germany
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Tag der menschlichen Solidarität
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1992 Ehrenfeld Bombenanschlag
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2023 Todestag Mahdi ben Nacer
2023 Todestag Mahdi ben Nacer
23. Dezember 2025
Rickenbach, 79736 Rickenbach, Germany
https://www.instagram.com/p/DD6Yq-QKUf2/?utm_source=ig_web_copy_link&igsh=MzRlODBiNWFlZA==
#KeinVergessen Wir gedenken des 38-jährigen Mahdi ben Nacer, der heute vor einem Jahr, am 23. Dezember 2023, in Rickenbach (Baden-Württemberg) aus rassistischen Motiven erschossen wurde. Mahdi ben Nacer wuchs mit fünf Geschwistern in Tunesien auf und floh 2011 über das Mittelmeer und Italien nach Deutschland. Hier wurde sein Asylantrag abgelehnt, eine Arbeitserlaubnis erhielt er nicht. Der gelernte Kfz-Mechaniker lebte in einer Geflüchtetenunterkunft in Rickenbach und hielt über Videotelefonate Kontakt zu seiner Familie in Tunesien.
Am 23. Dezember 2023 gerät Mahdi ben Nacer mit seinem Mörder auf einem Parkplatz in eine verbale Auseinandersetzung. Daraufhin sucht der Täter, ein erfahrener Sportschütze und Jäger, Mahdi abends in seiner Unterkunft auf und schießt ihm mit einer illegalen Waffe zweimal in den Kopf - er ist sofort tot. Am nächsten Tag, Heiligabend, verschleppt der Täter die Leiche in ein Waldstück. Einige Tage später zerstückelt er die Leiche in einer Kleingartenanlage und versenkt die Überreste im Rhein. Mahdi ben Nacer galt bis April 2024 als vermisst. Erst als ein Taucher im Rhein durch Zufall eine Hand findet, kommen Ermittlungen in Gang. Der Täter stellt sich der Polizei. In den Ermittlungen wird seine rechtsextreme Gesinnung deutlich.
In seinem Zuhause finden sich neben 38 Waffen und 20.000 Schuss Munition auch NS-Literatur. Seine Hundehütte nennt er "Wolfsschanze", seine Garage ziert die Aufschrift "Deutsches Schutzgebiet". Er besitzt einen Account im AfD-Shop und äußert wiederholt rechtsextreme Ansichten; wurde deshalb bereits von seinem Arbeitgeber abgemahnt. Mit seinem Sohn teilt er Videos von Polizisten, die Menschen erschießen, von zerlegten Leichen und rassistische Cartoons.
Am 18. November 2024 wird der Täter zu 6 Jahren und 10 Monaten Haft verurteilt, das rassistische Motiv bleibt unbeachtet. Ein Deal hatte das Verfahren beschleunigt: Der Täter zog widersprüchliche Aussagen zurück und gab zu, nicht in Notwehr gehandelt zu haben.
Auch die Opferberatungsstelle "Leuchtlinie", die die Schwester des Getöteten berät, bemängelt, dass das Gericht den rassistischen Mord an Mahdi ben Nacer nicht als solchen erkannt hat.
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1992 Todestag Şahin Çalışır
1992 Todestag Şahin Çalışır
27. Dezember 2025
Meerbusch, Germany
https://www.instagram.com/p/CmqvOWXqPw5/?utm_source=ig_web_copy_link
#KeinVergessen: Wir gedenken des 20-jährigen Şahin Çalışır, der heute vor 30 Jahren auf der Autobahn A52 bei Meerbusch (NRW) von Rechtsextremen ermordet wurde. Şahin Çalışır war eine ruhige Person, aber sehr ehrgeizig. Der aus der Türkei stammende Şahin war technisch-interessiert und machte eine Ausbildung zum Schlosser bei der Firma „Thyssen“. Als er ermordet wurde, stand er kurz vor seinem Abschluss. „Şahin war ein lebensfroher Mensch“, erinnert sich sein Cousin Orhan Çalışır. Wenige Monate zuvor hatte er seinen Führerschein gemacht. Auf der Autobahn A52 ist Şahin nachts mit zwei Freunden unterwegs. Dort machen drei Rechtsextreme aus Solingen Jagd auf migrantisch aussehende Menschen. Şahin Çalışırs PKW wird mehrfach bedrängt und schließlich touchiert. Der PKW dreht sich und schlägt in die Leitplanke ein. Şahin Çalışır und seine zwei Begleiter flüchten voller Panik auf die Autobahn. Şahin Çalışır wird dabei von einem nachfolgenden Auto erfasst und getötet. Das Schöffengericht Neuss erkannte kein rassistisches Motiv für die Verfolgungsjagd. Es verurteilte den 23-jährigen Täter im Oktober 1993 wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung zu 15 Monaten Haft. Aus dem Gefängnis schreibt der Täter über den Toten: „Das mit dem Herumlaufen hat sich für ihn erledigt.“ Der Beifahrer des Täters war als Ordner für die rechtsextreme „Deutsche Liga für Volk und Heimat“ tätig. Ebenso war er in der Kampfsportschule „HAK Pao“ in Solingen unter dem V-Mann Bernd Schmitt aktiv. Aus den Reihen dieser Karateschule stammten die Täter des tödlichen Solinger Brandanschlags. Orhan Çalışır bezeichnet das Amtsgericht Neuss als ‚zweiten Tatort‘, da in dem Gerichtsverfahren das politische Motiv der Tat nicht erkannt und verhandelt wurde. Die Angehörigen wurden im Gericht mit Spürhunden durchsucht, „während die Täter sich wie zu Hause verhielten“, wie es der Cousin Çalışırs ausdrückte. Das alles ist Ausdruck einer Täter-Opfer-Umkehr. So fanden Briefe des Angeklagten aus der Haft mit rechtsextremen und rassistischen Aussagen zur Tat keinen Eingang in das Verfahren.
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1998 Todestag Nuno João Fontinha Lourenço
1998 Todestag Nuno João Fontinha Lourenço
29. Dezember 2025
Markkleeberg, 04 Markkleeberg, Germany
https://www.instagram.com/p/C1bbm9vME6S/?utm_source=ig_web_copy_link&igsh=MzRlODBiNWFlZA==
Wir gedenken des portugiesischen Zimmermanns Nuno João Fontinha Lourenço, der am 4. Juli 1998 in Markkleeberg-Gaschwitz (Sachsen) von einer Gruppe junger Neonazis verprügelt und schwer verletzt wurde. Er starb heute vor 25 Jahren in Portugal an den Spätfolgen seiner Verletzungen.
Nuno João Fontinha Lourenço wird 1949 in Mondrões geboren. Lourenço kommt aus prekären Verhältnissen und schickt der Familie regelmäßig Geld, um sie zu unterstützen. Seine Frau beschreibt ihn als liebevollen Ehemann und fürsorglichen Vater für die beiden Söhne. 1998 arbeitet Lourenço vorübergehend in Leipzig.
Als am 4. Juli das deutsche Nationalteam bei der Fußball-WM der Männer gegen Kroatien verliert, ziehen acht junge Männer zwischen 15 und 20 Jahren los, um ihren Frust abzulassen, indem sie „Ausländer hacken“.
Nuno Lourenço ist mit vier weiteren portugiesischen Bauarbeitern unterwegs. Es ist sein Geburtstag, aus einer Telefonzelle telefoniert er mit seiner Frau.
++ CN Gewalt ++
Mit Rufen wie „Scheiß-Ausländer, verpisst euch“ schlagen die mit Eisenketten bewaffneten Täter auf die Gruppe Portugiesen ein. Während Lourenços Kollegen fliehen können, treten die Täter mit Stahlkappenschuhen mehrmals gegen Lourenços Oberkörper und Kopf.
Schwer verletzt wird Nuno Lourenço ins Krankenhaus gebracht. Er stirbt am 29. Dezember in Portugal an den Spätfolgen seiner Verletzungen.
Das Landgericht Leipzig wertete die Tat lediglich als Körperverletzung mit Todesfolge. Es sei nicht nachweisbar, dass die Angeklagten seinen Tod billigend in Kauf genommen hätten. Dabei hatte der Haupttäter im Nachgang der Tat gesagt: „Hätte ich ein Messer gehabt, hätte ich dieses Schwein abgestochen.“ Der Haupttäter erhält eine Jugendstrafe von vier Jahren Gefängnis, die Mitangeklagten Bewährungsstrafen.
Die Verkündung des Urteils gleicht einem Skandal: Die Kammer hatte „versehentlich unterlassen“ über die Kosten der Nebenklage zu entscheiden, Noémia Fontinha bleibt auf über 17.500 Euro sitzen. Gleichzeitig wurde darauf verzichtet, den Verurteilten die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen.
Der Initiativkreis Antirassismus Leipzig engagiert sich für ein zivilgesellschaftliches Gedenken an Nuno Lourenço.
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2019 Schüsse in Porz
2019 Schüsse in Porz
30. Dezember 2025
30.12.2019: Am Vorabend von Silvester 2019 chillen ein paar Jugendliche am Rhein in Porz. Der 72-jährige CDU-Kommunalpolitiker und Porzer Ratsmitglied Hans-Josef Bähner beschwert sich wegen angeblicher Ruhestörung. Bähner soll sie rassistisch beleidigt haben. Es kommt zu einem Wortwechsel. Plötzlich soll der CDU-Politiker eine Schusswaffe gezogen und auf einen Jugendlichen geschossen haben. Ein 20-Jähriger wird schwer verletzt. Zum Glück „nur“ ein Schulterdurchschuss. https://tatort-porz.org/ https://www.volksverpetzer.de/aktuelles/porz-schuesse/
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